Royal Greenwich Observatory

Das Royal Observatory in Greenwich, London, wurde 1675 von König Charles II. gegründet, erster königlicher Hofastronom war John Flamsteed. Es ist nach einem internationalen Abkommen von 1884 der Startpunkt eines jeden Tages, Jahres oder Jahrhunderts weltweit sowie Heimat der Greenwich Mean Time (GMT) sowie des Null-Meridians. Seit 1997 ist das Observatorium UNESCO-Weltkulturerbe als Teil des als Maritime Greenwich bezeichneten Museumskomplexes von Greenwich, der neben dem National Maritime Museum den Clipper „Cutty Sark“ von 1869 umfasst, der in einem speziellen Trockendock ausgestellt ist. Die Museumsräume des Observatoriums zeigen Exponate zu den Themen Zeit, Raum und Astronomie, während das Planetarium den Besuchern den Weg zu den Sternen öffnet. Das Royal Greenwich Observatory selbst wurde mit dem Primärziel gegründet, die Navigation auf See zu verbessern. Dies betraf vor allem die Navigation auf dem offenen Meer, wo keine Landmarken mehr zur Verfügung stehen. Zu diesem Zweck wurde zunächst Greenwich als Ausgangspunkt für die Zählung der östlichen bzw. westlichen Längengrade definiert, d.h. als Greenwich-Meridian. Dies sollte ermöglichen, die Position eines Ortes auf der Welt mit Hilfe seiner Lage im Netz der Längengrade exakt festzulegen. Damit untrennbar verbunden ist die präzise Messung der Zeit. Denn: Bewegt sich ein Schiff um 15° nach Osten, muss eine mitgeführte Uhr um jeweils eine Stunde vorgestellt werden.

Bewegt sich das Schiff hingegen um 15° nach Westen, so ist die Uhr um eine Stunde zurückzustellen. Kennt man nun die Zeitdifferenz zwischen zwei Orten, so lässt sich ihre Entfernung im Ost/West-Koordinatennetz berechnen. Dies erfordert präzise Chronometer an Bord wie auch an Land zwecks Zeitabgleich. Schiffsuhren waren jedoch im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt, was zu Lasten der Präzision ging. Ein schweres Schiffsunglück im Jahre 1707, bei dem vier britische Kriegsschiffe aufgrund eines Navigationsfehlers nahe der Scilly Islands sanken und 1400 Seeleute mit sich nahmen, veranlasste die britische Regierung 1714, eine Belohnung auszuloben für die Entwicklung eines Instruments zur genauen Messung der Zeit und damit zur genauen Ermittlung des Längengrades. John Harrison, ein Uhrmacher aus Yorkshire, entwickelte schließlich eine genau arbeitende Schiffsuhr, die auch Temperaturschwankungen kompensieren konnte. Dieses Instrument ermöglichte die Positionsbestimmung bis auf einen halben Längengrad genau. Dies war ein Meilenstein in der Entwicklung der modernen Navigation. Harrison entwickelte mehrere Zeitmesser für die Schifffahrt, die heute im funktionsfähigen Zustand im Museum zu sehen sind.

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Ein heute noch sichtbares und aktives Instrument zur Zeitmessung ist die Zeitkugel auf dem Dach des Observatoriums. Diese wurde 1833 vom damaligen Hofastronom John Pond installiert. Jeden Tag um 12:55 Uhr Ortszeit steigt die Kugel auf die halbe Höhe des Mastes, um 12:58 Uhr erreicht sie die Spitze. Um genau 13 Uhr Ortszeit fällt die Kugel. Dies war einst für alle Schiffe in Sichtweite auf der Themse das Signal, ihre Schiffschronometer an die aktuelle Ortszeit anzupassen. Aber auch für jede Person in Sichtweite ergab sich so die Möglichkeit, die aktuelle Uhrzeit zu erfahren. Zu Beginn war die Kugel mit Leder überzogen, heute besteht sie aus Aluminium. Nur bei starkem Wind ist die Zeitkugel außer Betrieb. Im Jahre 1884 wurde der Greenwich-Meridian auf einer internationalen Konferenz in Washington D.C. als weltweiter Null-Meridian definiert, d.h. von hier aus werden verbindlich die östlichen und westlichen Längengrade gezählt. Grund hierfür war u.a. dass ein großer Teil des weltweiten Seehandels bereits mit Seekarten auf der Basis des Greenwich-Meridians arbeitet. Ferner hatten die Vereinigten Staaten ihr Zeitzonensystem bereits auf Basis der Greenwich Mean Time errichtet. Heute kann man in Greenwich mit einem Schritt von der östlichen in die westliche Hemisphäre wechseln oder sich zeitgleich in beiden Hemisphären aufhalten. Eine Laserinstallation stellt bei Dunkelheit den Null-Meridian anschaulich dar.

Informationen zum Royal Greenwich Observatory:

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Öffnungszeiten:

Montag bis Sonntag: 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Adresse:

Blackheath Ave
London SE10 8XJ
Vereinigtes Königreich

Wann wurde das Royal Greenwich Observatory:

1676

Nächste DLR ( Docklands Light Railway ) Station:

Cutty Sark

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