National Rail

Die National Rail entstand während des Zeitraums von 1994 bis 1997 als privatisierte Nachfolgegesellschaft der staatlichen British Rail. Letztere (bis 1968 British Railways) wurde 1948 durch die Verstaatlichung der vier größten privaten Eisenbahngesellschaften (The Big Four) gebildet. Notwendig wurde dies wegen der immensen Kriegsschäden des britischen Schienennetzes, die die vier Privatgesellschaften nicht mehr aus eigenen finanziellen Mitteln beheben konnten. Um einen wirtschaftlichen Kollaps der großen Vier abzuwenden und den für die britische Nachkriegswirtschaft wichtigen Schienenverkehr zu erhalten, entschloss sich die Labour-Regierung unter Clement Attlee 1947 die gesetzlichen Grundlagen für eine Verstaatlichung des Eisenbahnverkehrs zu schaffen. So entstand im Januar 1948 die neue Gesellschaft British Railways (BR). Nur einige kleinere Neben- und Industriebahnen, die allerdings nur einen Bruchteil des englischen Streckennetzes ausmachten, blieben weiterhin unabhängig.

Neben der Beseitigung der Kriegsschäden wurde auch die Elektrifizierung des Streckennetzes vorangetrieben. Dennoch fehlten der BR weitere Geldmittel, um die nötige Umrüstung von Dampf- auf Diesel- und Elektroloks vorzunehmen. Auch führte eine Absatzkrise bei der Kohle in den 1950er Jahren dazu, dass diese nötige Umrüstung bewusst von der Labour-Regierung weiter hinausgezögert wurde, um eine steigende Arbeitlosenzahl in den Kohlengruben zu vermeiden. Erst im Laufe der 1960er Jahre erfolgte, nach einigen ruinösen finanziellen Fehlplanungen, die schrittweise Außerdienststellung der Dampflokomotiven zugunsten modernerer Diesellokomotiven und -triebwagen. In derselben Zeit, von 1963 bis 1973, wurde im Rahmen eines radikalen Rationalisierungsprogramms (Beeching Axe genannt) eine Streckenlänge von insgesamt 6.536 Kilometern stillgelegt und 2.363 Bahnhöfe dauerhaft geschlossen (die Plannungen sahen sogar eine Streckenstillegung von insgesamt über 11.000 Klometern vor). 1976 kamen dann die ersten Hochgeschwindigkeitszüge zum Einsatz. Hierdurch konnte die BR ihre Passagierzahlen erstmalig deutlich erhöhen und somit ihre finanzielle Situation signifikant verbessern.

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Das Ende des staatlichen Betriebes British Rail begann unter der konservativen Regierung von Margaret Thatcher. Mit dem Railways Act von 1993 wurde die British Rail in über weit 100 Unternehmen zerschlagen. Um dennoch ein einheitliches Tarifsystem zu gewährleisten, wurde die Marketinggesellschaft National Rail gegründet. In ihr sind alle privaten britischen Eisenbahngesellschaften (nur Personenverkehr) vertreten, die sich in der Association of Train Operating Companies (ATOC) zusammengeschlossen haben. Die heute 25 Bahngesellschaften umfassende ATOC tritt nicht nur als Interessenverband ihrer Mitglieder auf, sondern übt auch einige wichtige zentrale Funktionen aus. Neben einem einheitlichen Tarifsystem umfassen diese unter anderem auch die Erarbeitung und Herausgabe eines landesweit gültigen Fahrplans.

Das einheitliche Tarifsystem der National Rail fußt zum größten Teil auf dem der British Rail. In der Regel sind alle Fahrscheine für alle Bahngesellschaften gültig, die auf der jeweiligen Strecke verkehren. Mögliche Abweichungen sind auf den Fahrscheinen unter dem Feld „Route“ vermerkt. So können diese, statt „any permitted“ etwa „NXEA Trains only“ oder „GRAND CTRL only“ lauten. Als internationaler Besucher besteht die Möglichkeit den etwas verwirrenden Tarifdschungel zu entgehen, wenn er „vor“ Reiseantritt einen „BritRail Pass“ erwirbt. Hiermit können alle Züge im britischen Königreich benutzt werden, ohne dass zusätzliche Fahrkarten gelöst werden müssen. Voraussetztung für den Kauf ist aber der Erwerb vor der Einreise auf die britische Insel sowie das der Inhaber des Passes kein britischer Staatsbürger ist. Etwaige Platzreservierungen sind im Vereinigten Königreich zum größten Teil kostenlos.

Informationen zu National Rail:

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